Delegation aus Celle besuchte Partnerkirchenkreis in SüdafrikaIn letzter Zeit schien es relativ ruhig um die Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Celle und dem Kirchenkreis Free State in Südafrika bestellt zu sein. Grund war die schwierige Personalsituation auf der südafrikanischen Seite, die aber nun mit der Bildung eines neuen Partnerschaftsausschusses teilweise behoben ist.
Neugierig auf die Entwicklungen starteten wir, eine Delegation aus Celle, im Oktober 2008 in den Free State, um neue Kontakte zu knüpfen und alte wieder aufzufrischen. „Wir“ das waren Gabriele Ahnert-Sundermann (Pastorin), Monika Merz-Neumann, Ina Peukert-Adam, Susanne Seitz und Hans-Georg Sundermann (Superintendent) sowie unsere Youngsters Lea Albers, Kai Pape und Insa Peters, die sich speziell um Kontakte zu Jugendlichen kümmern wollten.
Was wir nicht alles gehört und gesehen haben: Wir haben in Gastfamilien gewohnt und ihre Lebensverhältnisse direkt erlebt. Wir haben natürlich Kirchengemeinden, aber auch Schulen, Kindergärten, Medizinstationen, Altersheime, Betriebe u.v.m. besucht und waren beeindruckt von dem, was in den letzten Jahren aufgebaut worden ist. Wir haben trotz aller Anstrengungen aber auch bittere Armut gesehen, Menschen, denen das Nötigste zum Leben fehlt. An vielen Stellen wurden wir angesprochen, ob wir nicht helfen könnten. Und immer wieder wurde betont, wie wichtig die Partnerschaft sei, natürlich auch in materieller Hinsicht: Ein Teil der Gemeindearbeit und die Stipendiaten des Studienfonds werden durch den Celler Partnerschaftsausschuss unterstützt.
Besonders beeindruckt haben mich jedoch unsere Diskussionen über die weitere Gestaltung der Partnerschaft, über das Gemeindeleben hier wie dort, über die allgemeine Lebenssituation usw.. Es waren Gespräche auf Augenhöhe zwischen gleichberechtigten, selbstbewussten Partnern. Was nicht heißt, dass die Apartheid vollständig überwunden wäre: Wir wurden (wie andere Delegationen vor uns) in der Nachbarschaft herumgezeigt, weil es nicht selbstverständlich ist, dass Weiße bei Schwarzen wohnen. Allerdings besuchten wir auf diese Weise andere Gemeindeglieder der lutherischen Gemeinden – und spontan stellte sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl ein. Das war für mich die wesentlichste Erfahrung dieser Reise überhaupt: Als Lutheraner hatten wir ein festes gemeinsames Fundament, auf dem wir uns begegnen konnten, das von vornherein für eine gewisse Vertrautheit sorgte. Und so war es nicht verwunderlich, dass eine von uns, von einer Besichtigung ein wenig erschöpft, zur Freude unserer Gastgeber sagte: „Gott sei Dank, dass wir wieder zu Hause sind!“
Ina Peukert-Adam |