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Gott vertrauen ohne Zögern

Pastor Stephen Ntshabele +


Andacht vom früheren Partnerschaftspastor Pastor Stephen Ntshabele aus Bloemfontein (Südafrika). Stephen ist 2006 im Alter von 40 Jahren verstorben.

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.  (Psalm 139, 1-10)


Liebe Leserin, lieber Leser!

Dies ist ein Psalm Davids. David begreift Gottes Pläne nicht. Gott kennt David aber in- und auswendig. Er kennt Davids Vorhaben genau. David kann dieses nicht verstehen. Es liegt außerhalb seines Begreifens, dass Gott alles kennt und weiss.

Thema: Gott ohne zu zögern vertrauen

Gott kennt unsere Umstände genau. Wir müssen darauf vertrauen, dass Gott mit uns ist in unserer Beschaffenheit. Gott ist mit uns, wo immer wir uns als Partner befinden. So wie David Gott vertraute, müssen auch wir ,ohne zu zögern, in Gott unser Vertrauen setzen.

Wir müssen in der Gewissheit leben, dass Gott unsere Beziehung stärken wird. Gottes Verbindung zu uns wird immer die Gleiche bleiben. Laßt uns ohne zu zögern darauf bauen, dass wir mit Gott an unserer Seite alle Schwierigkeiten lösen können. Wir werden das Problem der Armut und der Kriege in der Welt bewältigen. Wir dürfen nicht wanken, darauf zu vertrauen, dass wir den Kampf gegen HIV/Aids gewinnen können.

Zögert nicht und vertraut auf Gott, denn Er kann die Probleme der ganzen Welt lösen. Nur Gott kann die zerstörte Welt retten. Ohne zu zweifeln müssen wir in der Gewissheit leben, dass es Gott ist, der in dieser Welt Gesetzmäßigkeit und Ordnung wieder herstellen kann. Ohne Zaudern müssen wir Gott vertrauen, denn Er wird uns stützen und tragen für immer und in Ewigkeit.

Gebet: Herr unser Gott, Dein Wort ist die Wahrheit. Zeichne uns mit Deinem Wort aus. Gib uns Kraft, jetzt und immerdar in Dich zu vertrauen durch Ihn, der für uns starb. Amen.


Predigt über Psalm 139, 1-10

Dr. Henrich Scheffer

Die Predigt zum Partnerschaftssonntag schrieb Pastor i.R. Dr. Henrich Scheffer, Mitglied des Südafrika-Partnerschaftsausschusses des Kirchenkreises Celle.


HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.  (Psalm 139, 1-10)


Liebe Gemeinde!

Über Jahrhunderte hinweg haben die alten Gebete und Lieder der Bibel ihre Kraft bewahrt. Das gilt in besonderer Weise auch für den 139. Psalm, dessen ersten Teil (Verse 1 – 10) der zuständige Ausschuss unseres Partnerkirchenkreises in Bloemfontein / Südafrika als Bibeltext für den diesjährigen Partnerschaftssonntag vorgeschlagen hat.

In ihrer elementaren und bildhaften Sprache nehmen die Psalmen auch heutige Menschen hinein in das, was den Beter vor langer Zeit bewegte. Seine Freude wird zu meiner Freude, seine Angst zu meiner Angst. Seine Angefochtenheit ist meine Angefochtenheit, und sein Trost wird mein Trost.

Wir müssen schon den ganzen Psalm lesen, um der Lebenssituation des Beters auf die Spur zu kommen. Am Anfang und am Ende des Psalms berichtet er davon, wie er von Gegnern seines Glaubens in schwere Gefahr gebracht worden ist, und dass er sich deshalb im Tempel unter Gottes Rechtschutz gestellt hat. Dort erlebt er die Symbole der Gegenwart und die Nähe Gottes: die Bundeslade mit den Geboten, den Altar mit den Heiligen Schriften.

Während des Gebets im Tempel schaut er in Gedanken das Buch des Lebens, in dem alles über ihn verzeichnet ist, auch dass er Rettung erfahren wird. In dieser Lage spricht der Beter intensiv mit Gott. Er redet nicht über ihn, wie es die Überschriften unserer Bibeln tun, wenn sie schreiben: „Gott der Allmächtige und Allwissende.“

Das Ergebnis seines Meditierens bringt der Beter in die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen im Tempel, die es aufnehmen und weitergeben. Gott kennt mich durch und durch. Er ist die alles umfassende Wirklichkeit meines Lebens. Er verhilft mir zu meiner Identität.

Wir können davon Ausgehen, dass diese Glaubenserfahrung, wie im 139. Psalm geschildert, unsere Partner in Bloemfontein bewogen hat, diesen Text für den diesjährigen Partnerschaftssonntag vorzuschlagen.

Unter den vielen Herausforderungen, denen sich beide Länder - Südafrika und Deutschland – nach ihrem Umbruch zu stellen haben, rückt eine Frage wieder in den Vordergrund: Hat die Identitätskrise des modernen Menschen darin ihren Grund, dass er Gott verloren hat und darum sich selbst nicht mehr findet?

Der Beter des 139. Psalms weiß sein Leben, seine ganze Existenz gehalten und getragen von seinem Schöpfer, dem er dafür in einem Bekenntnislied mit vier Strophen dankt:

  • Gott, du kennst mich durch und durch (1-6).
  • Gott, vor dir kann ich nicht fliehen (7-12).
  • Ich danke dir, dass du mich geschaffen hast (13-18).
  • Ich verlasse mich auf deinen Beistand (19-24).

Nimmt man solche Sätze aus ihrem Zusammenhang hinaus, können sie in einer Welt totalitärer Überwachungssysteme einen falschen Klang bekommen. Menschen erleben es als bedrückend oder unterdrückend, überall und zu jeder Zeit durchschaut, abgehört und überwacht zu sein. Der „große Bruder“ sieht alles, hört alles und weiß alles. Für viele ist es nicht erst eine Vision, ist es Realität, aller Menschenwürde beraubt zu sein.

Aber genau dagegen stellt der Beter seine Glaubenserfahrung – die der umfassenden Gegenwart und Nähe Gottes, die ihm hilft, seine Menschenwürde und Freiheit wieder zu gewinnen.

Was der Psalmist als Verheißung nur ahnen konnte, das ist uns in Jesus Christus zur Gewissheit geworden. Gott hat uns in ihm sein Herz aufgetan und seine Liebe gezeigt in allen Lebenslagen. Er meint es gut mit uns und mit anderen. Er möchte, dass wir Gemeinschaft miteinander pflegen in Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. Seine Gegenwart und Nähe lösen nicht Ängste aus, sondern gewähren Zuflucht und Geborgenheit. Amen.

Pastor i.R. Dr. Henrich Scheffer


Falten im Gesicht, doch im Herzen jung

Pastor Bernd Jacobs


Wenn Partnerschaften in die Jahre kommen

In jedem Anfang liegt ein Zauber. So ähnlich haben viele ihre ersten Partnerschaftsbegegnungen erlebt. Die erste Reise, die zaghaften Schritte aufeinander zu. Faszinierend das Fremde, die andere Kultur. Der Duft indischer Blumengirlanden, die betörenden Farben violetter Jakarandabäume. Welch ein Zauber! Und erst die herzliche Gastfreundschaft unserer Partner.

Viele der rund 80 Partnerschaften, die Ende der siebziger Jahre in den uns verbundenen Landeskirchen gegründet wurden, haben mittlerweile "Silberhochzeit" gefeiert. Mit großem persönlichem Engagement sind tragfähige Beziehungen geknüpft worden. Und so gibt es viele Herzen in den Gemeinden, die bis heute für die Partnerschaftsarbeit schlagen.

Der Zauber des Anfangs lässt sich nicht unendlich verlängern. Ein Ausflug an den Indischen Ozean, toll – doch eine Autostunde weiter erfüllen üble Gerüche die Nase in den Straßen von Chennai. Oder eine Fahrt durch den Krüger-Nationalpark! Atemberaubend schön. Und aus den Schornsteinen der "Matchbox"-Häuser in Soweto qualmt beißender Rauch, der die Luft zum Atmen raubt. Erschreckend die Armut vieler unserer Partner, die unter unmenschlichen Bedingungen politisch und wirtschaftlich überleben müssen. Dazu das hohe Maß an Kriminalität.

Einer trage des anderen Last

Was tun? Helfen, ja … aber wie? Einen Brunnen graben, einen Kindergarten bauen, eine Maismühle finanzieren, einen Jeep für die Gemeindearbeit – was ist nicht alles von Partnerschaften auf den Weg gebracht worden!

Wenn dann nach 20, 25 Jahren Bilanz gezogen wird, bleibt bei aller Dankbarkeit über gemeinsam erreichte Ziele oft das Gefühl: Die Not ist einfach zu groß. Wir können nicht alles anpacken. Unsere Hilfe bleibt zeichenhaft.

Doch sie ist ein lebendiges Zeichen unseres Glaubens und unserer Solidarität.

Nehmt einander an, wie uns Christus angenommen hat

Partner haben Stärken und Schwächen – das gilt auch in der Partnerschaftsarbeit. Die Durststrecken zwischen den Begegnungen, wenn lange keine Nachrichten kommen. Das Misstrauen über den Verbleib von Geldern, die für ein bestimmtes Projekt bestimmt waren. Die oft maßlosen Bittbriefe, die uns das Gefühl geben, als seien wir "Geldkühe", die man nur zu melken brauche.

Aber auch unsere Partner sind oft enttäuscht. Über uns, über unseren Lebensstil – den gesellschaftsfähigen Genuss von Alkohol und Nikotin bei jeder Gelegenheit, das Desinteresse vieler Kirchenmitglieder, der geringe Gottesdienstbesuch, die "andere" Moral in Deutschland, die über vieles hinwegzusehen scheint, was unsere Partner nicht tolerieren würden.

Bei allen Gegensätzen bleibt Christus die Brücke, die uns zusammenhält: Inder und Deutsche, Südafrikaner und Brasilianer, Äthiopier und Kasachen.

Die Aufgaben bleiben: Voneinander lernen, miteinander einen Weg gehen, füreinander eintreten, kämpfen, beten, aber auch gemeinsam singen und Gott loben, dem wir alle unser Leben verdanken!

Und auf das Leben setzen. Weiterkämpfen gegen Unwissenheit und Resignation angesichts von Aids! Die Aidswaisen unterstützen! Die Bildungschancen unserer Partner verbessern. Gewalt überwinden aus der Liebe Jesu heraus! Gaben und Ressourcen teilen – das ist das Konzept der Zukunft. Darum machen wir weiter in der Partnerschaft – auch wenn sie Falten bekommen hat. Schließlich sind Falten ein Zeichen der Reife!

Bernd Jacobs, früherer Partnerschaftsreferent im ELM, Hermannsburg


Dann singen sie Lieder der Hoffnung

Pastor Bernd Jacob


Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.  (2. Petrus 3, 13)


Wenn ich in dunklen Wintertagen den Himmel anschaue, dann weiß ich, worauf ich warte: auf länger werdende Tage und vor allem auf mehr Sonne. Gleichzeitig erleben Millionen von Menschen auf der südlichen Halbkugel jetzt den Frühling. Bäume und Blumen blühen auf, es duftet nach jungem Leben. 

Nicht wenige leiden jedoch jetzt schon unter unerträglich heißen Temperaturen.

Worauf warten sie? Auf kühlere Nächte, die das Leben unter Wellblechdächern etwas erträglicher machen? Auf Regen, der zu lange ausgeblieben ist und die Saat gefährdet? 

Im Norden geht es uns relativ gut, während Millionen Menschen in der Zwei-Drittel-Welt in großer Armut leben. Hinzu kommen oft politisch instabile Machtverhältnisse, die zu Krieg und Hunger führen. Und wie viele leiden unter den Ungerechtigkeiten globaler Wirtschaftsverhältnisse. Sie bekommen für ihre Produkte so wenig Geld, dass es nicht zum Leben ihrer Familien reicht. Sie warten und hoffen auf bessere Bedingungen für ihre Volkswirtschaften. 

Diese harten Lebensbedingungen bekommen wir zwar durch die Medien vermittelt, aber hautnah erleben wir sie erst, wenn wir den Menschen dort unmittelbar begegnen. Partnerschaften zwischen Kirchenkreisen und Gemeinden in unserer Region mit Kirchengemeinden in Afrika, Lateinamerika und Asien eröffnen uns solche Zugänge. 

Plötzlich wird uns deutlich, dass der billige Kaffee, den wir hier trinken, nur aufgrund von Niedrigstlöhnen in Tansania oder in Mittelamerika so preisgünstig verkauft werden kann. Partnerschaft mit Menschen und Kirchengemeinden im Süden macht uns betroffen und fordert uns heraus. 

Wir sind doch Schwestern und Brüder in Christus. Und so machen sich Partnerschaften stark für die Lebensrechte ihrer Partner im Süden. Sie engagieren sich für die Entschuldung dieser Länder, machen auf die rücksichtslosen Machenschaften profitgieriger Konzerne aufmerksam und erheben so ihre Stimme für die Stummgewordenen. 

Gleichzeitig halten sie das spirituelle Band fest, das sie als Geschwister in Christus zusammenhält. In der Fürbitte sind sie miteinander verbunden; in Partnerschaftsgottesdiensten bringen sie ihre Anliegen vor Gott und die Gemeinde. Und dann singen sie Lieder der Hoffnung, die mit Gottes Eingreifen zugunsten der Rechtlosen rechnen. Ein solches Lied aus Brasilien, das wir oft in Partnerschaftskreisen singen, hat den Titel „Utopia“, von Zé Vicente:

Wenn der Frieden von neuem erblüht,
wenn die Sonne der Hoffnung erglüht,
dann klingt mein Lied.

Wenn die Menschen sich freundlich begrüßen,
wenn die Rosen von neuem ersprießen,
dann klingt mein Lied.

Wenn die Mauern am Boden zerschellen,
wenn die Tische von Brot überquellen,
dann klingt mein Lied.

Wenn die Zäune in Stücke zerfallen,
und die Gärten sich öffnen
und allen die Schönheit blüht.

Refrain:

Es wird so schön sein, immer wieder zu hören dieses neue Lied. Jeder Mensch sieht im Andern den Bruder/die Schwester.

So wünscht es das Volk. Ein starkes Lied, das die Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde festhält, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Wenn wir es singen, dann erinnern wir Gott an seine Verheißung und ermutigen uns gegenseitig auf dem Weg zu Gerechtigkeit und Frieden.

Pastor Bernd Jacobs

 

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