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Leitlinien für ökumenische Partnerschaften


Die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers ist als Gliedkirche des Ökumenischen Rates der Kirchen und des Lutherischen Weltbundes eingebunden in die weltweite Gemeinschaft der Christen. Sie nimmt mit ihnen in Wort und Tat den Missionsauftrag Christi wahr. Einen lebendigen Ausdruck findet die Verbundenheit am Leib Christi in kirchlichen Partnerschaften.
 

I. Grundlage der Partnerschaft


Definition des Begriffs "Partnerschaft"

a) Profaner Gebrauch des Wortes

Der Begriff "Partnerschaft" ist kein biblischer Begriff, sondern kommt aus der Geschäftswelt. Die einzelnen Partner verpflichten sich vertraglich, bestimmte Vereinbarungen einzuhalten bzw. gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und sind damit gleichberechtigt.

Der Begriff "Partnerschaft" findet heutzutage in besonderem Maße Anwendung auf die Beziehung zwischen Mann und Frau. Damit bekommt der Begriff eine personale Dimension, denn er bezeichnet die Beziehung von zwei Menschen, die durch Liebe und Treue geprägt ist.

b) Analoge biblische Begriffe

Im ökumenischen Kontext findet der Begriff koinonia Anwendung auf die Beziehung von Kirchen untereinander. Dabei ist bemerkenswert, daß das griechische Wort koinonia in ähnlicher Weise aus dem profanen Sprachgebrauch kommt wie das Wort "Partnerschaft".

Koinonos bezeichnet einen Geschäftsteilhaber, Gesellschafter. Auch wird koinonia zur Bezeichnung von enger Lebensgemeinschaft genutzt. 1

Im Neuen Testament bezeichnet koinonia die Gemeinschaft der Gläubigen mit Jesus Christus (1. Kor 1,9). Diese Gemeinschaft bildet gleichzeitig die Basis für die Gemeinschaft der Christen untereinander. Als Glieder am Leib Christi (1. Kor 10, 16 ff und Kp. 12) dienen sie einander mit den vielfältigen Gaben, die er ihnen zum Dienst aneinander und an der Welt gegeben hat.

Durch die Taufe wird dem Menschen eine neue Identität geschenkt (2. Kor 5, 17), die ihm hilft, die anderen im Glauben als Brüder und Schwestern in Christus anzunehmen. Diese durch Christus begründete "Gemeinschaft der Heiligen" ist gleichzeitig Gabe und Aufgabe, die sich auch in Gefährdungen durch Uneinigkeit und Spaltung zu bewähren hat. In der Feier des Abendmahls findet diese neue Wirklichkeit des Reiches Gottes ihren Ausdruck.

1 vgl. Theol. Wörterbuch zum Neuen Testament, III, 1938; S. 798; siehe im Folgenden auch S. 807-810

Koinonia kann auch ganz konkrete gemeinschaftliche "Geldsammlungen" bezeichnen (vgl. Rö 15, 26 sowie 2. Kor 8, 4), die ein Teilen zugunsten notleidender Christen erkennen lassen. 2

Der Begriff "Partnerschaft" erfaßt "zwar nicht alle Aspekte von Koinonia", aber "verstanden als gegenseitige Anteilhabe und -nahme von Personen/Institutionen aneinander innerhalb einer verpflichtenden Gemeinschaft (Leib Christi) drückt er angemessen aus", daß die einzelnen Glieder trotz aller Andersartigkeit gleichberechtigt sind und aufeinander angewiesen und füreinander verantwortlich sind. 3

 

II. Leben in der Partnerschaft

Partnerschaften mit Christen in anderen Kulturen verlangen großes Einfühlungsvermögen. Denk- und Handlungsweisen sind unterschiedlich geprägt. Darum bedürfen die Inhalte der Partnerschaft immer wieder der Diskussion und Abstimmung zwischen den Partnern.

Aspekte des partnerschaftlichen Miteinanders:

a) Erfahrung grenzüberschreitender Gemeinschaft

Partnerschaften ermöglichen die /Erfahrung grenzüberschreitender Gemeinschaft /trotz aller Unterschiede von Nationalität, Hautfarbe und Kultur auf der Basis des gemeinsamen Glaubens an Christus. In gegenseitigen Besuchen von Partnerschaftsgruppen und im Austausch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Praktikantinnen und Praktikanten geben die Partner einander unmittelbar und intensiv an ihrem Leben Anteil.

b) Ökumenisches Lernen

Partnerschaften erfahren im ökumenischen Miteinander eine vertiefte Christuserkenntnis und damit eine Bereicherung und Stärkung des eigenen Glaubens. Dies bewirkt eine Horizonterweiterung und schafft Voraussetzungen für ökumenisches Lernen. In der Begegnung mit den Partnern gewinnt der eigene Glaube stärkere Kontur. Dabei wird auch die Verflechtung des Glaubens in die jeweilige Kultur erkennbar. Geistliche Erfahrungen, theologische Einsichten und diakonische Impulse der Partnerkirchen können so in unser Gemeindeleben einfließen.

2 Neben dem Begriff koinonia steht auch der Begriff Bund in einer gewissen Analogie zum Stichwort "Partnerschaft". Besonders das Alte Testament verwendet den Begriff Bund (vgl. Noah, Abraham, Isaak und Jakob bis hin zum Bund am Sinai, bei dem Gott und das Volk Israel einen Bundenschluß eingehen). Im Blick auf das Verhältnis Gott - Mensch wird deutlich, daß hier zwei ungleiche "Partner" in einer Sache übereinkommen, wobei der Stärkere und Mächtigere sich freiwillig verpflichtet, für den anderen Bundespartner dazusein. Diejenigen, die mit Gott im Bunde stehen, können untereinander ebenfalls Bündnisse (Verträge!) eingehen und somit ihre Zusammengehörigkeit unterstreichen. Als "Bundesschluß-Partner" treten sie gleichsam Seite an Seite füreinander ein.

3 vgl. auch Wolfgang Günther, "Koinonia", in "Jahrbuch Mission 1991", Hamburg 1991, S. 1 ff, hier S. 4

 

c) Engagement für Heil und Wohl der Menschen

Partnerschafte5n sind gerufen, sich verantwortlich für /Heil /und /Wohl /der einen Welt einzusetzen, indem sie /Christus als Heil der Welt /bezeugen und sich für die /Bewahrung der Schöpfung /sowie für /Frieden /und /Gerechtigkeit /für alle Menschen einsetzen.

d) Entwicklungsbezogene Bewußtseinsbildung

In der Partnerschaft gewonnene Erfahrungen können sich in unserem Lebensbereich vielfältig auswirken. Sie regen dazu an, sich mit entwicklungsbezogenen Fragen sowie Fragen der weltwirtschaftlichen Verflechtung und bestehenden Handelsstrukturen zu befassen.

e) Annahme von Fremden

Fragen des /Miteinanders von Menschen verschiedener Kulturen und Traditionen /werden auch für unseren deutschen Alltag zunehmend relevant. Partnerschaftsarbeit kann zu konkreter /Solidarität mit Ausländern und Ausländerinnen und Minderheiten /in unserem Land ermutigen.

f) Ökumene im eigenen Land

Die Erfahrung des /ökumenischen Miteinanders /in den Heimatländern der Partner hilft dazu, die anderen Denominationen/Konfessionen im eigenen Lande besser wahrzunehmen und die Begegnung und den Dialog mit ihnen zu suchen.

 

III. Strukturen der Partnerschaft

1. Schritte zu einer Partnerschaft

a) Anerkennung durch Kirchengemeinde und Kirchenkreis

Partnerschaften entstehen auf vielfältige Weise, gelegentlich durch persönliche Kontakte und Beziehungen. Dabei ist es wichtig, daß diese Kontakte auf der /Ebene des Kirchenkreises /anerkannt werden. Als geordnete Partnerschaften bedürfen sie der Beschlußfassung durch die Kirchengemeinde und den /Kirchenkreis/.

Ein /Partnerschaftsausschuß /trägt die Verantwortung für die Gestaltung der Partnerschaftsarbeit. Er fördert die Partnerschaft auf Kirchenkreis- und Gemeindeebene. Er ist dem Kirchenkreisvorstand bzw. dem Kirchenvorstand verantwortlich. Regelmäßige Berichte über die Entwicklung der partnerschftlichen Beziehungen sind wünschenswert.

b) Vermittlung und Begleitung durch das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM)

Auf Anfrage vermittelt das ELM in Absprache mit den Partnerkirchen Kirchenkreise bzw. Distrikte, die zur Partnerschaft bereit sind. Das ELM begleitet Partnerschaften und bietet regelmäßig /Partnerschaftstagungen /an, die u.a. dem Austausch von Erfahrungen sowie gemeinsamen Absprachen dienen.

c) Erstbegegnung

Ein erster Besuch sowie ein Gegenbesuch möglichst im folgenden Jahr dienen der Kontaktaufnahme und der Festigung der Beziehung.

d) Partnerschaftsvertrag

Zu gegebener Zeit sollte eine /Partnerschaftsvereinbarung /geschlossen werden, die den geistlichen Austausch sowie gegenseitige Hilfe beinhaltet siehe Anhang A).

2. Ebenen der Partnerschaft

a) Kirchenkreis zu Kirchenkreis

In der Regel haben sich Partnerschaften auf Kirchenkreisebene etabliert. Die Größe eines Kirchenkreises hilft, daß

  • - Kontinuität in der Partnerschaftsarbeit eher gewährleistet ist, auch bei Wechsel von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern;
  • - die Partnerschaft von mehreren Gemeinden getragen wird (z.B. in finanzieller Hinsicht oder bei der Planung und Durchführung von Besuchsreisen und Partnerschaftssonntagen);
  • - eine Absprache und Koordination von Projekten geschieht, um eine Bevorzugung einzelner überseeischer Partnergemeinden zu vermeiden.

b) Gemeinde zu Gemeinde

  • Innerhalb einer bestehenden Kirchenkreispartnerschaft können auch Partnerschaften von Gemeinde zu Gemeinde aufgebaut werden.
  • In einigen Kirchenkreisen bestehen seit langem unabhängig von der Kirchenkreispartnerschaft Gemeindepartnerschaften zu anderen überseeischen Partnern. Diese besonderen Gemeindepartnerschaften innerhalb eines Kirchenkreises sollten respektiert werden.
  • In einem Kirchenkreis mit bestehender Partnerschaft sollten nach Möglichkeit keine zusätzlichen Gemeindepartnerschaften zu anderen überseeischen Regionen aufgebaut werden.
  • Wenn in einem Kirchenkreis, der noch keine Partnerschaft unterhält, eine einzelne Gemeinde eine partnerschaftliche Beziehung nach Übersee pflegt, sollte eine Einbeziehung des Kirchenkreises in die Partnerschaft angestrebt werden.

c) Mehrfachpartnerschaften

Von Mehrfachpartnerschaften nach Übersee auf Kirchenkreis- oder Gemeindeebene ist abzuraten, weil dadurch leicht die Intensität und Qualität des partnerschaftlichen Miteinanders leidet.

d) Partnerschaften zu Institutionen

Wo überseeische Partnerschaftsbeziehungen zu landeskirchlichen Werken, Diensten und Einrichtungen bestehen, sollen sie im Sinne der für Kirchenkreispartnerschaften geltenden Grundsätze gestaltet werden.

 

IV. Praxis der Partnerschaft

1. Partnerschaftsreisen

Bezuschußt werden nur offizielle, von den jeweiligen Partnerschaftsausschüssen befürwortete und von den jeweiligen örtlichen kirchlichen Gremien beschlossene Partnerschaftsreisen. Für Reisen zu Partnerkirchen in Ost- und Südosteuropa gelten gesonderte Richtlinien (s. Anhang B).

a) Reiserhythmus

Im Verlauf der Partnerschaft sollte jährlich entweder ein Besuch oder ein Gegenbesuch geplant werden. Längere Reisepausen können insbesondere einer intensiven Nacharbeit der Reisen dienen bzw. genutzt werden, um gemeinsame Lernprojekte umzusetzen.

b) Vor- und Nachbereitung

Eine gründliche Vorbereitung auf das Partnerland und eine klare Zielvorgabe für die Reise sind unerläßlich (z.B. gemeinsame Gottesdienste, Besuch von kirchlichen und sozial-diakonischen Institutionen, Begegnung mit der "fremden" Kultur, gemeinsame Projektarbeit, etc.). Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Kontext und den ökonomischen Verflechtungen unseres Landes mit dem Partnerland gehören mit zur Vor- und Nacharbeit der Reise. Damit die Erlebnisse und Eindrücke an eine möglichst breite Basis innerhalb und außerhalb der Gemeinde weitergegeben werden können, wird eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit empfohlen (Gemeindebrief und regionale Presse).

c) Zusammensetzung und Größe der Delegation, Reisedauer

Die Partnerschaftsausschüsse befinden über die Zusammensetzung der Delegation. Es wird empfohlen, verstärkt ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Vertreterinnen und Vertreter gemeindlicher Gruppen sowie interessierte Gemeindeglieder zu berücksichtigen.

Die Reisekosten für mitreisende Ehegatten können nur bezuschußt werden, wenn diese Mitglieder der Partnerschaftsausschüssse sind oder sich in der Partnerschaftsarbeit engagieren.

Die Delegation sollte nicht weniger als /drei /und nicht mehr als /acht /Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen umfassen, damit die gastgebende Seite nicht überfordert wird (zum Beispiel Unterbringung/Transport). Die Gruppengröße bei Besuch und Gegenbesuch sollte sich entsprechen, ebenso die Dauer der Reise, die in der Regel - besonders bei außereuropäischen Partnerschaften- nicht weniger als /zwei /und nicht mehr als /vier /Wochen betragen sollte.

2. Finanzielle Förderung der Reisen seitens der Landeskirche

  • Die Landeskirche stellt je Haushaltsjahr zur Mitfinanzierung der Reisekosten eine Zuwendung im Rahmen der haushaltsmäßig vorgesehenen Mittel in Höhe von derzeit bis zu 800,-- DM pro Person, höchstens jedoch bis zu 4.000,-- DM für die Reisegruppe pro /Kirchenkreis /zur Verfügung. Voraussetzung ist, daß mindestens 50 % der Gesamtkosten aus Eigenmitteln aufgebracht werden, z.B.aus Mitteln der Kirchengemeinde, des Kirchenkreises, des Sprengels, aus Teilnehmerbeiträgen und aus Drittmitteln.
  • Besuchsreisen in die Partnerkirche und aus der Partnerkirche werden seitens unserer Landeskirche in gleicher Weise gefördert.
  • Insbesondere sollte bei der Finanzierung der Reisen der Kirchenkreis- und Kirchengemeindepartnerschaften, der Partnerschaften zu Institutionen und der Mehrfachpartnerschaften auf eine angemessene finanzielle Beteiligung der Teilnehmenden hingewiesen werden. Auch bei der Finanzierung von Besuchsreisen aus der Partnerkirche sollte nach Möglichkeit eine angemessene finanzielle Beteiligung der Partnerschaftsdelegation angestrebt werden.
  • In einem Haushaltsjahr kann nur eine Reise (Besuch in der Partnerkirche oder Gegenbesuch der Partner) finanziell gefördert werden. Sollten aus bestimmten Gründen sowohl eine Reise in die Partnerkirche als auch ein Gegenbesuch im gleichen Kalenderjahr durchgeführt werden, entfällt eine Förderung im Folgejahr.
  • Bestehen in einem Kirchenkreis mehrere eigenständige Partnerschaften, so kann eine Förderung von derzeit bis zu 6.000,-- DM erfolgen, sofern mehrere Reisen innerhalb eines Haushaltsjahres durchgeführt werden. Über die Vergabe der Mittel entscheidet der Kirchenkreisvorstand im Benehmen mit den Partnerschaftsausschüssen.
  • Unter besonderen Gegebenheiten , z.B. bei der Vereinigung von Kirchenkreisen mit je eigenen Partnerschaften, sind mit dem Landeskirchenamt Verabredungen über die zukünftige Förderung der Partnerschaftsbegegnungen zu treffen.

3. Antragstellung und Abwicklung

a) Zuwendungsanträge

Anträge müssen in einer angemessenen Frist, mindestens jedoch acht Wochen vor Reisebeginn bzw. Besuch an das Landeskirchenamt gestellt werden. Den Anträgen sind Kosten- und Finanzierungsplan, Liste der Teilnehmerinnen und der Teilnehmer sowie ein Programmablauf beizufügen.

b) Anträge auf Auslandsdienstreisegenehmigung

Spätestens 8 Wochen vor Reiseantritt sind /Anträge auf Auslandsdienstreisegenehmigungen /für die an Partnerschaftsreisen in überseeische Partnerkirchen teilnehmenden entgeltlich beschäftigten kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Landeskirchenamt zu stellen.

c) Anrechnung auf den Erholungsurlaub

Für an Partnerschaftsreisen teilnehmende Pastorinnen und Pastoren gilt folgendes: Die Anrechnung auf den Erholungsurlaub erfolgt grundsätzlich nach Nr. 13 der Urlaubsbestimmungen für Pastorinnen und Pastoren (RS 400 d). Auf unser Rundschreiben an die Superintendenturen durch die Landessuperintendenturen vom 30.04.1992 - Az.: 2660 II 12 - wird Bezug genommen. Ein Abdruck dieses Rundschreibens findet sich im Anhang C.

Für die übrigen an Partnerschaftsreisen teilnehmenden entgeltlich beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gilt: Bei Partnerschaftsreisen, die länger als 10 Tage dauern, werden von Beginn an ein Drittel der während der Partnerschaftsreise verbrachten Tage auf den Erholungsurlaub angerechnet. Anmerkung: Unter den Begriff "entgeltlich beschäftigte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen" fallen auch die sogen. "geringfügig Beschäftigten".

d) Versicherungsschutz

Versicherungsschutz bei Partnerschaftsreisen in Überseekirchen

An einer Partnerschaftsreise teilnehmende entgeltlich beschäftigte kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (z.B. Pastorinnen und Pastoren, Kirchenbeamtinnen und Kirchenbeamte, Angestellte, Arbeiter und Arbeiterinnen, geringfügig Beschäftigte) bzw. nichtentgeltlich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Ehrenamtsträger) genießen bei einem Unfall bei einer genehmigten Partnerschaftsreise entweder Dienstunfallfürsorge (öffentlich rechtlich Beschäftigte) oder gesetzlichen Unfallversicherungsschutz durch die Berufsgenossenschaft (privatrechtlich Beschäftigte und Ehrenamtsträger). Insoweit bedarf es eines zusätzlichen Abschlusses einer Unfall- bzw. Haftpflichtversicherung nicht. Empfohlen wird aber der Abschluß einer Auslandskrankenversicherung.

Versicherungsschutz von Gästen bei Gegenbesuchen

Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Ländern in der sogen. "Dritten Welt" bestehen in den seltensten Fällen Sozialversicherungsabkommen. Es wird daher den hiesigen Partnerkirchenkreisen bzw. -gemeinden empfohlen, für ihre überseeischen Gäste eine verbundene Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung abzuschließen.

e) Verwendungsnachweis und Bericht

Eine endgültige /Abrechnung /sowie ein kurzer /Erfahrungsbericht /sind dem Landeskirchenamt möglichst innerhalb eines Vierteljahres nach Beendigung der Partnerschaftsreise bzw. des Gegenbesuches zuzuleiten.

 

V. Zum Umgang mit Geld in der Partnerschaft

a) Eigenbeteiligung

Als Christinnen und Christen sind wir aufgerufen, die uns anvertrauten Gaben mit anderen zu teilen. Das finanzielle Ungleichgewicht im Nord-Süd-Gefälle wirkt sich dabei auch auf die partnerschaftlichen Beziehungen von Kirchenkreisen und Gemeinden aus.

Das Gefühl der Abhängigkeit wird sich auf seiten der finanziell schwächeren Partner leicht einstellen. Es ist deshalb ein sensibler Umgang mit Finanzhilfen nötig, damit es nicht zu einer "Entmündigung" der Partner kommt, sondern ihnen die Möglichkeit einer angemessenen Selbstbeteiligung eingeräumt wird. Dies gilt sowohl für die Durchführung bestimmter Projekte als auch für den finanziellen Eigenanteil an den Reisekosten.

b) Prioritätenliste

Bei der Auswahl von Projekten und Stipendien sollten unbedingt die Prioritäten der Partnerkirchenkreise berücksichtigt werden, um eine Bevorzugung einzelner Gemeinden zu vermeiden.´Finanzielle Eingriffe in das Gehaltsgefüge von Pastoren und Pastorinnen und anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Partnerkirche sind auf jeden Fall zu vermeiden.

c) Transferwege

Grundsätzlich sollte die Überweisung von Geldern für die Kirchenleitung der Partnerkirche (Diözese/Synode) transparent sein. Das ELM bietet an, Finanztransfers an die entsprechenden Empfänger in den Partnerkirchen vorzunehmen.

d) Verwendungsnachweis

Vor Bereitstellung finanzieller Zuwendungen an die Partner sollte die Frage der vorzulegenden Verwendungsnachweise geklärt werden.

e) Statistik

Das ELM erbittet jährlich von den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden Angaben über die Höhe der finanziellen Zuwendungen, die überseeischen Partnern zugutegekommen sind. Das ELM benötigt diese Übersicht, um im Rahmen seiner Finanzhilfen an die Partnerkirchen eine Doppelung von Förderungen zu vermeiden bzw. dort einen Ausgleich zu schaffen, wo von Partnerschaftsseite her keine Finanzförderung stattgefunden hat.

 

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